Grundinformationen

Lateinischer Name: Allium ursinum (Allium: lateinischer Name für Knoblauch, der bereits von Plinius verwendet wurde; ursinum: Bär in Latein)

Der Bärlauch ist eine dauerhafte Pflanze mit einer unterirdischen 4-6 cm langen Zwiebel. Die Zwiebel ist länglich, 1-2 cm dick mit weißlichen bis gelblichen Schuppen. Der oberirdische Pflanzenteil erreicht eine Wuchshöhe von etwa 15-40cm und hat meistens zwei bis drei große und längliche Blätter (10-20 cm lang und 2-5 cm breit). Die ganze Pflanze wird mit dem Blütenstand und der Samenkapsel beendet, welches die Frucht ist. Die Blüten (6-20 St.) sind klein, die Kronblätter sind weiß, klein und sind in einem Blütenstand angeordnet – Dolde (zusammengezogene Schraubel), die halbkugelförmig, ziemlich dünn ist.

barlauch-blatt

Verbreitung des Bärlauchs

Meistens finden Sie ihn an feuchteren, eher schattigen Stellen, wo er eine typische und manchmal auch sehr reiche Vegetation bildet. Er befindet sich also meistens in Auen- und Laubwäldern, an Bächen, am Fuß von Abhängen. Er wächst im feuchten, sandig-lehmigen bis lehmigen Boden.
Er wird oft als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen angebaut.

Wann und was soll man sammeln?

Der Bärlauch reiht sich zu den sog. Frühlingsephemeriden ein – dauerhafte Pflanzen, die früh im Frühling noch vor der Belaubung der Bäume wachsen. Sie blühen auf und bringen Früchte hervor und ihr oberirdischer Teil stirbt ab und im Sommer ist sie nicht mehr ersichtlich. So nutzen sie genug Licht, das in den Wäldern vor der Belaubung ist. In der Blütezeit bildet der Bewuchs des Bärlauchs eine üppige Vegetation und die Besucher werden durch den starken typischen Knoblauchduft gefesselt. Ende Mai beginnt dann der Bärlauch zu blühen und seine Leben spendende Kraft verschwindet langsam. Die Blätter des Bärlauchs verwelken nach dem Verblühen schnell und so wird Raum für andere Waldpflanzen gebildet.
In wärmeren Lokalitäten beginnt der Bärlauch schon Ende Februar zu erscheinen! Die Blütezeit des Bärlauchs wird im 4., 5., 6. und 7. Monat angeführt. Alles hängt also sehr von der Lokalität ab. Jeder, der schon seinen eigenen Ort dieser Heilpflanze gefunden hat, versäumt ihn sicher nicht.

Vor allem die Blätter werden gesammelt.

Warnung: Auch wenn der Bärlauch keine bedrohte oder geschützte Pflanze ist, ist es notwendig, auf die Möglichkeit der Verletzung der gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam zu machen, und zwar vor allem beim Sammeln in Naturschutzgebieten. Der Bärlauch wird zur Nutzung als Heilpflanze immer nur außerhalb von Naturschutzgebieten gesammelt und das Sammeln führen wir naturfreundlich durch.

Mögliche Verwechslung mit dem Maiglöckchen

 Bärlauch-Maiglöckchen

Oft wird es angeführt, dass der Bärlauch leicht verwechselbar mit dem Maiglöckchen ist, das giftig ist. Diese Verwechslung ist im nichtblühenden Zustand möglich und darum sammeln wir nur die Pflanzen, die wir gut kennen! Wir erkennen ihn aber zuverlässlich, wenn wir das Blatt leicht zwischen den Fingern reiben – davon überzeugt Sie der feine Knoblauchduft.

Bärlauch-Maiglöckchen

Hinweis auf Allergene:

Einige Leute können auf die Knoblauchöle allergisch sein. Einige allergische Reaktionen können schwer sein, sie zeigen sich nach dem Einnehmen des Bärlauchs durch eine Kehlkopfanschwellung oder durch Atembeschwerden, beim Kontakt mit der Haut kann es zur Reizung und Rötung kommen. Die Einnahme des Bärlauchs kann auch Nebenwirkungen erregen – Atembeschwerden, Körpergeruch oder Blutungen. Eine übermäßige Einnahme des Bärlauchs kann auch Durchfall oder Blähungen, Nierenentzündung erregen.

Nutzung des Bärlauchs:

Der Saft aus den Blättern wird manchmal als Insektenschutzmittel verwendet. In der Vergangenheit wurde der Saft aus dem Bärlauch zur Desinfektion im Haushalt genutzt.
Die Blätter und die Stängel werden meistens früh im Frühling konsumiert. Die Blätter und Stängel haben einen typischen Knoblauchgeschmack, sie sind jedoch weniger aromatisch als die Blätter und Stängel des Knoblauchs. Den Bärlauch nutzen wir am besten frisch. Für eine langfristigere Einnahme wird aus dem Bärlauch eine Tinktur hergestellt, oder man kann die Blätter hacken und einfrieren. Oft werden auch gehackte oder gedrückte Blätter in Öl eingelegt.

Nutzung in der Küche

Am besten ist es, den Bärlauch roh zu essen. In der Küche wird er jedoch überall dort genutzt, wo man Knoblauch nutzt, also dort, wo sein feiner und zugleich pikanter Geschmack hervorragt. Einer der Vorteile des Bärlauchs ist, dass der Konsument danach nicht so viel „riecht“.

barlauch-nutzung-in-der-kuche

Er wird oft in Aufstriche, Salate, Suppen, Butter gegeben, es wird auch „Spinat“ daraus usw. gemacht. Am besten jedoch ist es, ihn in schon fertige Speisen zu geben, so behält er die meisten nutzbringenden Stoffe – es handelt sich nämlich um ein Heilkraut.

Weitere Informationen über Bärlauch: